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Sonderpädagogik und Me(eh)r.
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Stundentransparenz

Gleich zu Beginn dieses Beitrags muss ich euch etwas beichten:

Ich bin kein Fan von Stundentransparenzen.

Okay, so ganz stimmt es nicht – es gibt auch Klassen und Fächer, in denen ich eine Stundentransparenz sinnvoll finde. Dazu gehören zB. Klassen, die einen hohen Strukturierungsbedarf haben – häufig Förderschulklassen oder Klassen, in denen einfach viel äußere Struktur notwendig ist, um effektiv arbeiten zu können. Auch finde ich es sinnvoll in den Hauptfächern – Deutsch und Mathe. So wissen die Kinder immer, wie es weiter geht – und es kann im Zweifelsfall auch die eigene Arbeit erleichtern: Wenn ich nur auf die Tafel zeigen muss, kann ich den lästigen “Frau Stieeeeeer, was soll ich jetzt tun?” Fragen vorbeugen.

Allerdings fällt es mir in meinem Ausbildungsfach Religion deutlich schwerer, da sinnvolle Stundentransparenzen aufzubauen, ohne den gesamten Inhalt der Stunde quasi vorweg zu nehmen. Religionsunterricht lebt meiner Meinung nach nämlich im hohen Maße von Entdeckungsfreude und da kann ein genauer Ablaufplan meinem Empfinden nach sehr einengend wirken. Auf der anderen Seite merke ich aber auch, wie viel mehr Gedanken ich mir einfach über den Aufbau der Stunde mache, wenn ich einen passenden Ablaufplan dazu erstelle. Ihr merkt also – so ganz einig bin ich mit mir selber was dieses Thema angeht noch nicht 😉

Aber das ist ja gerade das Schöne am Vorbereitungsdienst – ich muss mir auch gar nicht einig mit mir selbst darüber sein. Ich kann es einfach ausprobieren. Und es gibt dazu im Vorbereitungsdienst ein Feedback von meinen Seminarleitungen und ich bin nicht nur auf meine eigene Beobachtungsgabe angewiesen.

Durch verschiedene Überarbeitungen hinweg stell ich euch meine aktuelle Stundentransparenz vor, die ich in nach einem halben Jahr Ausprobieren für meine Lerngruppen und für mich als am sinnvollsten erachtet habe.

Der Ablauf der Stunde wird durch ein Puzzle visualisiert, was nach und nach zusammengesetzt wird. Je nach Inhalt der Stunde gibt es bis zu 5 verschiedene Puzzleteile, die verwendet werden.

Kritierien, die für dieses Puzzle gelten sollten (nach und nach entwickelt):

  1. Für jeden Schüler/ jede Schülerin zusammensetzbar – d.h., dass jedes Puzzleteil an alle anderen (egal wie rum) angesetzt werden kann (gerade für meine Förderschüler relevant!)
  2. Farblich eindeutig -> kann Phasen eindeutig zugeordnet werden
    > mit diesem Punkt habe ich lange gehadert. Einerseits war ich von meiner ersten Idee begeistert, jedem Puzzleteil eine andere Farbe zuzuordnen und die Phasen dann nach den Farben zu benennen (z.B. – Ritual – rot). Auf der anderen Seite bin ich selbst ein sehr visueller Mensch und mich stört es, wenn Farben für bestimmte Dinge doppelt genutzt werden. Das Problem hatte ich, als ich das erste Mal ein Gruppenpuzzle durchführen wollte, in dem sowohl das Wort “Puzzle” auftaucht, als auch die Farben. Das war für die Klasse kein Problem – aber in meiner Sprachförderklasse hätte ich das so nie einsetzen können! Daher wurde  der Punkt “farblich eindeutig” umgeändert in “kann Phasen eindeutig zugeordnet werden”
  3. beliebig erweiterbar (Anzahl der Phasen also variabel)
  4. ästhetisch und haptisch ansprechend
  5. langlebig
  6. reflektierbar – wenn ein Puzzleteil fehlt – warum haben wir diese Phase nicht geschafft?

Aus allen Punkten zusammengesetzt ist dann bei mir folgendes entstanden:

Und ich bin sehr glücklich damit! Die S*S lieben dieses Puzzle abgöttisch (ja, auch in der coolen 4 letztes Jahr wollte jeder die Puzzleteile umheften) und erinnern mich (zum Glück!) auch sehr regelmäßig daran, dass das Puzzleteil für Phase xy noch umgeheftet werden muss. 😉 Laminiert und mit Magnetklebeband versehen ist diese Art der Stundentransparenz auch gut flach zu transportieren. In der Datei nachher findet ihr übrigens insgesamt 8 verschiedene Puzzleteile, sodass sich jeder seine Favoriten zusammen suchen kann – und auch Doppelstunden gut geplant werden können.

Und da ich es schwierig finde, passende Phasenkärtchen für den Religionsunterricht zu finden, habe ich mir auch da meine eigenen Kärtchen erstellt. Damit ihr die Übersicht habt, was ich mir bei welcher Karte gedacht habe – einmal die passende Erklärung dazu:

(Von links nach rechts: Arbeitsblatt, Geschichte, Bodenbild, Gespräch, Tafel, Stationsarbeit (oder Werkstattarbeit), Kerzenritual, Entdecken, Aufräumen, Stillarbeit, Nachdenken, Reli – Koffer, Flüsterarbeit, Überraschung (Schatztruhe), Brief, Ritual (allgemein).

Ein “typischer” Reliablaufplan sieht bei mir dann häufig so aus:

  1. Wir führen unser Ritual durch.
  2. Wir hören eine Geschichte.
  3. Wir sprechen über die Geschichte.
  4. Wir bearbeiten ein Arbeitsblatt.

Natürlich variiert das je nach Klasse – manche brauchen die Phase “Aufräumen” als eigene Phase, andere nicht 🙂 Außerdem arbeite ich mit meinen kommenden ersten Klassen mit einem Reli Koffer (klickt hier für einen Eindruck und die Quelle der Idee!). Falls euch dieser Aspekt noch näher interessiert (also zum Beispiel, welche Vorüberlegungen ich mir zu dem Thema gemacht habe, wie ich ihn einsetzen möchte usw.) schreibt mir gerne auf Instagram, Twitter, eine Mail oder einfach hier als Kommentar 🙂

Hier gelangt ihr zum entsprechenden Material:
Puzzlekarten

Stundentransparenz

Erstellt wurden alle Materialien wie immer mit dem worksheet crafter 🙂

 

 

4 Comment

  1. Liebe Louisa,
    Mich würde interessieren, was dann so alles in deinem Koffer sein wird. Ich kann’s mir noch nicht so richtig vorstellen. In der “Reli-Reise” vom Klett-Verlag wird das ja auch vorgeschlagen. Aber irgendwie weiß ich nicht so recht, wie man’s sinnvoll praktisch umsetzt, denn oft hat man ja doch mehr Material als in den Kodffer passt, schon allein für’s Ritual. Welche Vorüberlegungen hast du amgestellt?
    Viele Grüße und danke auch für dein Reli-Material!
    Deine Nicole

    1. Liebe Nicole,
      ich werde das tatsächlich auf 3 bis 4 Dinge reduzieren. Zum Beispiel zum Thema “Erntedank”. Da nehme ich folgende Dinge mit: Mais, Kürbis, Danke Karten – für einen Einstieg reicht das in meinen Augen und ich denke, dass ich ihn vor allem zu Beginn und Ende der Einheiten nutzen werde. Die Dinge fürs Ritual bringe ich extra mit – allein schon, weil ich den Koffer nicht jedes Mal mitbringen werde. Es ist sicherlich auch möglich, den Koffer immer mit zu nehmen – aber ich glaube, dass nutzt sich sonst sehr schnell ab 😉 Sparsam eingesetzt ist der Koffer sicherlich auch für die Kinder aufregender.
      Liebe Grüße

  2. Liebe Louisa,

    mich würde interessieren, wie du die Phasenkärtchen mit den Puzzleteilen verknüpfst. Hängst du die dann nebeneinander an die Tafel?
    Vielleicht kannst du das noch bisschen genauer erklären 🙂

    LIebe Grüße

    1. Hallo Fanny,

      ich hänge die Phasenkärtchen neben die Puzzleteile. Wenn eine Phase geschafft ist, darf der Reli Chef oder die Reli Chefin das Puzzleteil in die Mitte hängen. Das Puzzle vervollständigt sich dann nach und nach 🙂
      Liebe Grüße

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